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30.12.2019, Jamal Tuschick

Hell and Damnation – Eckart Britsch bricht zum Jahreswechsel den Climate Justice Warriors eine Lanze.

Ortsveränderungen

Bernd Koberling – Translokationen/Baustoffe der Natur

Translokationen sind Ortsveränderungen. Der Begriff wird heute in der Genetik eingesetzt, um Mutationen zu beschreiben.  Britsch besuchte Bernd Koberling in Island. Aus seinem Atelierfenster überblickt der Maler ein Tal bei Seyðisfjörður. In diesem Refugium begriff Britsch Koberlings Landschaftsmalerei: das Einzelne und das Weite. Das Organische als Befall des Mineralischen - Stein, Geröll, Flechten, Pilze, Landlinien, Horizonte.   

Man muss die Zukunft erfinden. Es ist die Idee, die zählt. Es kommt darauf an, Ideale zu haben und für eine gerechte Welt einzutreten, anstatt sich vom Schwindel eines messerschwingenden Kapitalismus als Konsumtrottel einschnüren zu lassen. Der Konsumismus muss bekämpft werden und die Akkumulation von Dingen, die kein Mensch braucht. Auf der einen Seite steht das Kapital mit seiner unstillbaren Gier und auf der anderen Seite stehen Milliarden, die nichts besitzen und täglich ums nackte Überleben kämpfen.

Geld ist kein Maßstab, sobald es um Leben und Tod geht. Die Naturkatastrophen im Klimawandel zeigen es deutlich.

Jeden Morgen erleben wir den Weckruf der Sonne. Sie ist der Beweis für die Schönheit in der Welt. Sie ist die ewige Gegenwart, während wir abtreten müssen. Es gibt für die Jugend von heute, keinen Grund, den verrotteten Systemen der Naturzerstörung nicht den Kampf anzusagen. Der alte Traum, ein neuer Mensch zu werden, ist immer noch anwesend und immer gefährdet. Wer bin ich? Wie können wir überleben? Wie wollen wir leben? Jetzt, heute, morgen, überhaupt. Es ist die Aufgabe der Jungen, darauf eine Antwort zu geben, da die reichen Alten nur auf den Tod glotzen: nach mir die Sintflut besitzt als Aussicht den Vorsprung der unsagbaren Trostlosigkeit.

Links Seyðisfjörður. Rechts der Fuldaer Dom.

Elaborierte Hohlformen

Die vorstehende Einlassung hat einen Adressaten, der die Allgemeinheit wie ein Himalaya überragt. Britsch spricht zu seiner Tochter.

Dear Camilla ...

Ihr rät er zum Kampf und bestärkt sie daran, auf die elaborierten Hohlformen der Alten nichts zu geben.

We the Boomer ...

Wir, die wir in unseren Sport Utility Vehicles Europa durchkreuzen und in Kathedralen unser Heil suchen, haben keine Antworten auf die Fragen der Zeit. Wir sind so eitel und großzügig uns selbst gegenüber, dass wir für unsere Unzuständigkeit eine Eleganz von der Stange beanspruchen. Es geht uns: wie es Walter Benjamin ging. Der Salonkommunist wusste ungekränkt, wie wenig er gemein hatte mit den Massen, deren Befreiung zu begrüßen er sich bemüßigt sah. 

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