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14.04.2020, Jamal Tuschick

Körperpolitik - Statements in Zeiten von Corona

„The biggest difference the coronavirus crisis has brought to political discourse is the destruction of an assertion: markets are best left alone to find solutions, quickly and efficiently, to any big problem. Getting through a massive health crisis and its impact on our societies is only possible with very well calibrated co-operation—among scientists, states, business and the public.“

Maja Göpel

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„Ich gehöre einer Generation an, die mit Militärputschen, Ausnahmezuständen und Ausgangssperren aufgewachsen ist. Ich wurde zuhause festgesetzt, in eine Zelle gesteckt und zu Einzelhaft verurteilt. Deshalb kenne ich die Quarantäne recht gut. Ich weiß, wie man mit ihr umgeht, wie man mit der Last umgeht, die einen erdrückt.“

Can Dündar, aus der Maxim Gorki Theater Kolumne #17

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„Im Zentrum aller Politik steht der lebende (also sterbliche) Körper – das ist das Wichtigste, was Foucault uns gelehrt hat. Keine Politik, die nicht Politik der Körper wäre. Der Körper aber ist für Foucault kein biologischer Organismus, den es schon gibt, bevor Macht über ihn ausgeübt wird. Es ist vielmehr Aufgabe des politischen Handelns selbst, den Körper erst herzustellen, ihn arbeiten zu lassen, seine Produktions- und Reproduktionsweisen festzulegen und die Diskursmodi vorzuzeichnen, in denen dieser Körper sich selbst fiktionalisiert, um schließlich “ich” sagen zu können.“

Paul B. Preciado, Ein Apartment auf dem Uranus - Chroniken eines Übergangs, aus einem Vorabdruck im HAU-Programm mit Hinweis auf eine Lesung des Autors am 18. Mai im Hebbel am Ufer