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05.08.2020, Jamal Tuschick

Betreff: "Rafiki", Abschlussfilm der Reihe rbb QUEER |Do 06.08.2020 | 23:50 | rbb Fernsehen | mit Video!

Rafiki

Als sich Kena und Ziki ineinander verlieben, müssen sie eine Entscheidung treffen. Symbolfoto © Jamal Texas Tuschick

Rafiki ist das Kiswahili-Wort für Freund  

"Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen" - Kena (Samantha Mugatsia) lernt schon früh, was von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland erwartet wird: artig sein und sich dem Willen der Männer fügen. So wird auch ihre alleinerziehende Mutter dafür verantwortlich gemacht, dass ihr Mann sie für eine jüngere Frau verlassen hat.

Doch die selbstbewusste Kena lässt sich nicht vorschreiben, wie sie zu leben hat. So freundet sie sich mit der hübschen Ziki (Sheila Munyiva) an, obwohl ihre Väter politische Konkurrenten sind. Das Gerede im Viertel ist den Mädchen zunächst ziemlich egal. Doch als sich Kena und Ziki ineinander verlieben, müssen sie sich entscheiden: zwischen der vermeintlichen Sicherheit, ihre Liebe zu verbergen, und der Chance auf ihr gemeinsames Glück.

"Rafiki" - der Titel bedeutet auf Suaheli "Freund(in)" - ist der erste kenianische Film, der bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. In Kenia selbst, wo Homosexualität noch immer unter Strafe steht, wurde der Film zunächst mit einem Aufführungsverbot belegt, das erst nach einer Klage der Regisseurin gelockert wurde. Basierend auf der preisgekrönten Kurzgeschichte "Jambula Tree" (2008) der ugandischen Autorin Monica Arac de Nyeko, erzählt "Rafiki" von einer afrikanischen Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. Ein mitreißender Film, der vor Freiheitsliebe und Lebensfreude in strahlenden Farben leuchtet.

Spielfilm Kenia/Südafrika/Niederlande/Frankreich/Deutschland/Norwegen/Libanon 2018, OmU

Mit "Rafiki", den das rbb Fernsehen in deutscher Erstausstrahlung zeigt, endet die diesjährige Filmreihe "rbb QUEER".