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06.09.2020, Jamal Tuschick

Frauenkreise Programm - Kolonialismus im Spiegel #5 - Koloniale Dimension von Bildung

Liebe Freund*innen,

Wir setzen in einer Kooperation mit dem Kollektiv migrantas weiter die Projektreihe um: Kolonialismus im Spiegel - Perspektiven auf weißsein - Diesmal geht es um koloniale Dimensionen von Bildung, Perspektivwechsel und Dekonstruktion.

Mehr Info zur Veranstaltung und zur Reihe steht weiter unten!

Außerdem läuft ENDLICH die oft aufgeschobene aber nicht aufgehobene und sehr berührende Ausstellung zu "Feminism While Shutdown - Frauen*realitäten in Zeiten von Corona" bei uns in den Räumen - zu besuchen bis zum 23. September 2020 während der Öffnungszeiten.    

Kolonialismus im Spiegel – Eine Reihe zu Kolonialismus, Migration & Identität von Migrantas in Kooperation mit den Frauenkreisen

#5  •  Koloniale Dimensionen von Bildung, Dekonstruktion & Perspektivwechsel

Von und mit T. Vicky Germain & Kahbit Enow

Info zu der Reihe

Ziel der Reihe ist es, Perspektiven auf (eigenes) weißsein sichtbar zu machen.  

Wir fragen: Kann ich koloniale Spuren und Kontinuitäten aufspüren und erkennen? Wie beeinflussen sie mein Alltagsleben? Finde ich sie in meiner Familiengeschichte und Beziehungen? Was für eine Wirkung haben sie auf meine Denkmuster, auf gesellschaftliche Strukturen, auf Sprache? Welche Botschaft möchte ich Menschen zu dem Thema mitteilen?

In dieser Reihe von Veranstaltungen vermitteln Expert*innen Inputs zu Vergangenheit und Gegenwart von Kolonialismus und kolonialen Kontinuitäten und in anschließenden Workshops haben Teilnehmer*innen die Gelegenheit politische Haltungen, Eindrücke, Reflektionen, biographische Bezüge durch einfache Zeichnungen zum Ausdruck zu bringen – unterstützt durch das Künstler*innen-Kollektiv Migrantas.

Die Inputs dienen als Türöffner und als Impulse, um zur Thematik ins Gespräch zu kommen. Machtstrukturen können auch in diesen Räumen der Auseinandersetzung präsent sein. Es wird auf einen achtsamen Umgang miteinander Wert gelegt.

Die Zeichnungen, die entstehen, werden von Migrantas in Piktogramme umgewandelt und - nach sorgfältiger Abstimmung mit den Teilnehmer*innen bei einem zweiten Termin - zum Kurzfilm animiert. Die Premiere wird mit allen Beteiligten im Kino hackesche höfe gezeigt.

Die Veranstaltungen sind offen für alle Teilnehmer*innen, wir laden ausdrücklich Personen mit biographischen Bezügen zu der Thematik ein.

Diesmal: Koloniale Dimensionen von Bildung, Dekonstruktion & Perspektivwechsel

Von und mit T. Vicky Germain & Kahbit Enow

Einen hoch relevanten Teil deutscher Geschichte fasst der Bildungsbereich immer noch nicht an. Die deutsche Verstrickung in Versklavung und Kolonialismus ist ein Komplex, der erfolgreich gemieden wurde. Ganze Generationen deutscher Schüler*innen sind mit der Vorstellung durch Schule und Uni und in Berufe gekommen, dass Deutschland mit all dem nichts zu tun hatte.
Diese Unterlassung fällt vor allem Schwarzen Menschen und People of Color auf die Füße, die Teil der deutschen Gesellschaft sind – aber im deutschen Alltag kaum als solche vorkommen.
Mangelnde Information und Verdrängung dieser Geschichte verhindern einen konstruktiven Dialog dazu in der weißen Mehrheitsgesellschaft und das Gespräch mit jenen Teilen der Bevölkerung die von dem Erbe des Kolonialismus direkt betroffen sind.

Zuwanderung wird seit jeher als zu bewältigendes und einzudämmendes Problem diskutiert während ebenso lange schon Generationen von Schwarzen Menschen und Menschen of Color  – zurecht – eine Bildungspolitik fordern, in der deutsche koloniale Geschichte und alles, was sie an kolonialen Kontinuitäten hervorbringt, endlich sichtbar wird.

Kann diese schmerzhafte Geschichte, die Hierarchien anspricht und sichtbar macht, gelehrt werden, ohne eben diese Hierarchien zu reproduzieren? Wo muss diese Entwicklung ansetzen? Sind Lehrende überhaupt befähigt, diese Inhalte mit einer diversen Schülerschaft bzw. diversen Studierenden zu besprechen? Wie dieses gestaltet werden kann, wird Kern dieses Online Seminars sein.

AfricAvenir hat zusammen mit Erziehungswissenschaftlerin, T. Vicky Germain, eine Didaktik zu Flucht und Migration und deren Verknüpfung mit der Kolonialvergangenheit für Oberschulen entwickelt. Welche Erfahrungen damit gesammelt worden, sowie, welche Erkenntnisse der Prozess der Entwicklung dieser Didaktik hervorgebracht hat, wird hier besprochen.

T. Vicky Germain ist eine Schwarze Aktivistin, Interkulturelle Erziehungswissenschaftlerin, Feministin, Pflegemutter und Projektreferentin, die sich für die Verbesserung der Anerkennung von Kinderrechte und Aufnahmebedingungen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete einsetzt. Kahbit Enow ist Panafrikanistin, Antirassismus-Aktivistin und Vorstandsmitglied im Vorstand von Afric Avenir.

Anmeldung über drakos@frauenkreise-berlin.de - Online - Veranstaltung "Feminism While Shutdown - Frauen*realitäten in Zeiten von Corona" - Ausstellung

Wir zeigen Eure Bilder/Zeichnungen/Fotos/Skulpturen

28. August 2020 - 23. September 2020

während der Öffnungszeiten Mo-Do 12-16 Uhr und nach Verabredung.

Frauen* machen spezifische Erfahrungen in dieser Zeit. Viele Ungleichheiten verdichten oder verschärfen sich, manches was vorher hinter Alltagsnebel lag, wird sichtbar. Wir können unser aller Erlebnisse, Beobachtungen, Erkenntnisse, Gedanken und Gefühle als Frauen* in dieser Zeit miteinander teilen – wenn wir sie dokumentieren!

Dies ist eine Chance, diese Situation konstruktiv zu nutzen! Gewonnene Erkenntnisse festzuhalten! Die sehr engagierten Praktikant*innen Harriet Riemer und Johanna Gabert haben in einem super Teamwork die Ausstellung kuratiert, organisiert und konzipiert.

Sie haben Werke ausgesucht von:

Nihal Mohamed Ali Hamdi

Lea Zey

Anne Laure Jullian de la Fuente

Bianca Monroy

Wopana Mudimu

Maria Illgen

Samira Ramina Amani Aghabeigi

Franziska Stürzenbecher

Toulin Balabaki &

Haruka Sasaki

Die Skulptur auf dem Bild zum Event ist von der Künstlerin Toulin Balabaki.

Nach der sehr hygienischen und maskierten und gut besuchten Vernissage am Freitag, 28. August 2020 ist nun die Ausstellung weiterhin bis zum 23. September in unseren Räumen für Besucher*innen offen. Bitte kommt zu den Öffnungszeiten oder vereinbart einen extra Termin mit uns über drakos@frauenkreise-berlin.de - Zutritt ist nur mit Maske gestattet.