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15.09.2020, Jamal Tuschick

Wie viele Frauen hat Alicia gelernt, ihre Bedürfnisse zu vernachlässigen, um im Beliebtheitsspiel gut abzuschneiden.

Die graue Seite des Ruhms

Die auszehrende Dimension des Erfolgs stellt sich als Erfahrung in einer Zwischenzeit ein. Das erste Album ist bereits Geschichte, das nächste in Arbeit. Der Ruhm verändert die Koordinaten der Produktion. Alle starren dich an. Du kannst nicht mehr einfach so ein Nasenloch mit deinem bevorzugten Zeigefinger drillen.

Alicia Keys (c) Milan Zirnic

Beatles der Beobachtung

Plötzlich erscheint der avancierten Debütantin Anonymität so süß wie ein Kindheitstraum. Nur, unerkannt Eis essen, dass gibt es nicht mehr auf der Kometenbahn eines aufsteigenden Sterns. Wir gern würde Alicia in einem Supermarkt chillen, die Leute beobachten, sich auf den nächsten Kaffee freuen, und so ein bisschen die Kassiererin bedauern. Während gleichzeitig die Beatles der Beobachtung am nächsten Titel arbeiten.

Alicia lebt im Beat. Sie atmet Musik.

Kollaps der Gemütlichkeit

Gleichzeitig erlebt Alicia Verminderungen der notwendigen Lässigkeit. Sie kann nicht mehr nach ihrer Fashion im lumpigen Lieblingssweatshirt selig werden. „Die graue Seite des Ruhms“ wirft ihren Schatten.

Abtauchen in der Öffentlichkeit geht absolut nicht mehr.

Nun kollidieren Bedürfnisse bis zum Kollaps der Gemütlichkeit.

Empathiespeicher

“You make me feel like I have to stick to you.”

Um im Groove zu bleiben und unseren Flow nicht zu verlieren, verbessern wir täglich unsere Wushu-Skills. Heute mit dem Chu Shong Tin Wing Chun-Experten John Kaufman. Seine Idee von einem überlegenen Konzept im Geist einer Mindful Martial Art: “You make me feel like I have to stick to you.”

Allen Stars gelingt das. Sie praktizieren Chi Sao without Touching. So öffnen sie die Empathiespeicher ihrer Zeitgenoss*innen.  

Automatischer Bouncer

Wie viele Frauen hat Alicia gelernt, ihre Bedürfnisse zu vernachlässigen, um im Beliebtheitsspiel gut abzuschneiden. Die Künstlerin erzählt von einer „Kindheit als Chamäleon“, in der Anpassung alles überschrieb, auch um die selbst hochgradig gestresste Mutter ruhig zu halten. Der größte Fehler dieses Konzepts ist eine Abwehrschwäche bei Übergriffen. Da, wo man die eigenen Grenzen nicht erkennt, entsteht eine selbstgefährdende Durchlässigkeit.

„Meine Grenzen waren in dieser Phase nur schwach ausgeprägt“, schreibt Alicia Keys. Das entspricht der Laienperspektive auf ein komplexes Geschehen. Zwar müssen wir uns in gewisser Weise durchlässig halten, aber eher so wie eine semipermeable Membran. Toxische Kontaminationen werden im Idealfall abgewiesen wie von einem automatischen Bouncer.

Alicia Keys fungiert als Projektionsfläche für fremde Erwartungen. Sie profitiert davon und leidet darunter. 

Man kann auch alles haben

"A Hope For A Brighter Tomorrow" Martin Luther King

Alicia Keys singt Lift Every Voice and Sing  

Eingebetteter Medieninhalt

Begabt. Reich. Sexy. Charismatisch.

Alicia Keys, die 1981 als A. A. Cook in New York City das Licht der Welt zum ersten Mal checkte, rockt Rekorde.

Viele fragen sich, wie reich ist Alicia Keys really. Die Sängerin, Liedermacherin und Schauspielerin weist (in einer Ehe- und Arbeitskollaboration mit dem Produzenten Swizz Beatz) ein Vermögen von 150 Millionen Dollar nach. Geboren wurde Alicia Keys als Alicia Augello Cook 1981 auf der Insel Manhattan. Jetzt hat sie ihre lange erwartete Autobiografie vorgelegt. Wir reden über More Myself

“He’s more myself than I am. Whatever our souls are made of, his and mine are the same.” Emily Brontë

“Growth requires movement. And often, the only way forward is through an exit door.”  Alicia Keys in More Myself

Sitze mit Mom im Taxi. Es ist Dezember. Wir fahren Richtung Eleventh Avenue/ Manhattan. Auf der Straße stehen halbnackte Frauen. Ich frage: »Warum sind sie so angezogen, wo es doch so kalt ist?« Meine Mutter bluest back: »Diese Frauen da versuchen einfach nur zu überleben.«

Pressetext

Alicia Keys hat die Welt mit ihren von Herzen kommenden Texten, ihrem außergewöhnlicher Stimmumfang und mitreißenden Klavierkompositionen in ihren Bann gezogen - doch abseits des Rampenlichts hat die Ausnahme-Künstlerin mit privaten Tragödien gekämpft. In ihrer Autobiographie More myself - Mehr ich selbst gibt die 15-fache Grammy-Gewinnerin einen Mut machenden Einblick in ihre Entwicklung zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Zeit. 

Alicias Reise zu sich selbst zeichnet sich aus, durch ihre offenherzigen Erinnerungen und die Rückschau ihrer Wegbegleiter. Es entstand so beein Rundumblick auf Alicias Leben: von ihrer Kindheit in Hell’s Kitchen und Harlem über ihr Erwachsenwerden und ihren Selbstfindungsprozess. Alicia teilt ihre Suche nach der Wahrheit – über sich selbst, ihre Vergangenheit und ihren Weg zu echtem Selbstwert. Damit ist ihre Autobiografie eine fesselnde Abrechnung mit sich selbst und zugleich eine Aufforderung an die Leserinnen und Leser: selbst zu bestimmen, wer man ist.

»Im Laufe der Jahre haben wir uns immer besser kennengelernt, und ich konnte sehen, wie Alicias Ausstrahlung immer größer wurde, so ein Leuchten, wie nur sie es kann. 

Auch ihre Familie ist größer geworden, und sie hat noch mehr Auszeichnungen gewonnen. Was mich aber weiterhin am meisten beeindruckt, ist ihr Wille, sich mit den großen Fragen auseinanderzusetzen: Was ist meine Bestimmung? Was kann ich für andere tun? Wie kann ich meine Bekanntheit einsetzen, um Gutes zu tun? 

Auch wenn das nicht einfach zu beantworten ist, steckt darin zumindest ein Funke der Wahrheit, nach der wir alle suchen. Alicia teilt ihre Musik und ihre Seele mit uns und bringt uns dieser Wahrheit näher als es ihr vielleicht selbst bewusst ist. «

MICHELLE OBAMA